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 Das Naturschutzgebiet "Rodderberg"

 Ein Vulkan vor der Haustür

Blick über den Rodderberg

Das im Südzipfel von Bonn gelegene Naturschutzgebiet "Rodderberg" erstreckt sich über die Stadtgrenze bis in den Rhein-Sieg-Kreis und nach Rheinland-Pfalz hinein. Überregional bekannt ist das insgesamt 73 ha große Gebiet für seine interessante Geologie und für seine seltene Flora und Fauna in einer Vielzahl bedeutsamer Lebensräume. Schon seit 1927 steht es unter Naturschutz und ist heute zudem als Schutzgebiet europäischer Bedeutung (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) ausgewiesen.

Der Rodderberg als Lebensraum

Purpur-Sommerwurz (Orobanche purpurea)

Als trockene und sonnige Wärme-Insel ist der Rodderberg ein wichtiger Rückzugsraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Seine Vielzahl seltener Biotope ist überregional bekannt: Arten- und blütenreiche Halbtrockenrasen und flachgründige Trockenrasen wechseln sich ab mit Fels- und Pioniergesellschaften. Allein über 40 Arten der Roten Liste Nordrhein-Westfalens sind hier zu Hause, darunter Purpur-Sommerwurz (Orobanche purpurea), Aufrechter Ziest (Stachys recta), Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum) und Sonnenröschen (Helianthemum nummularium). Besonderheiten unter den Insekten sind der farbenfrohe Schwalbenschwanz, das auffällige Blutströpfchen und die Blauflügelige Ödlandschrecke, eine stark gefährdete Heuschrecke trockener, schütter bewachsener Standorte.

 
 Geologie

Blick in den Krater

Der Rodderberg ist der nördlichste und mit einem Alter von etwa 500.000 Jahren auch der jüngste Vulkan der Region. Sein letzter Ausbruch liegt nur 300.000 Jahre zurück.

Der eindrucksvolle, über 50 m tiefe, kreisrunde Krater mit seinen Hängen aus basaltischem Tuff und Schlacke ist ein einmaliges geologisches Denkmal im Grenzbereich der Stadt Bonn, des Rhein-Sieg-Kreises und des Kreises Ahrweiler.

 
 Gefährdung und Schutz

Trockenrasen auf dem Rodderberg
Noch Anfang letzten Jahrhunderts wurde der Rodderberg durch Tuffabbau stark in Mitleidenschaft gezogen. Um seine Zerstörung zu stoppen, stellte man ihn 1927 unter Schutz.
 
Neben seiner Funktion als geologisches Schutzgebiet dient er heute als wichtiger Rückzugsraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt als Naherholungs-Gebiet für die Bonner Bevölkerung.
 
Seit 2001 wird das Magergrünland wieder in traditioneller Weise von einer Herde aus Schafen und Ziegen beweidet, was für die dortige Tier- und Pflanzenwelt optimal ist.